Pia Huppertz erneut bei den IDM


Am Mittwoch, den 05.07.17 ging es für Pia Huppertz erneut zu den IDM nach Berlin. Für alle diejenigen, die Pia nicht kennen: Pia ist Schwimmerin der 2. Wettkampfmannschaft und ist bereits letztes Jahr erfolgreich auf den IDM gestartet (ich hoffe, den Bericht habt ihr alle gelesen :D). Vom 06.07 – 09.07. startete sie erfolgreich für die BSG Aachen auf der 31. IDM für Menschen mit Handicap.

Rund 611 Schwimmer, darunter Paralympics-Sieger und Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften aus 52 Nationen, trafen sich im Europasportpark in Berlin.

Unterstützt wurde Pia natürlich auch in diesem Jahr von Trainerin Natasa und ihrer Familie. Pias zweite Trainerin, Pia Hallmann, konnte dieses Mal leider nicht dabei sein, da sie es sich in Thailand gemütlich gemacht hat.

In Berlin angekommen, ging Pia selbstverständlich als erstes ins Schwimmbad, um noch ein letztes Training zu absolvieren, um sich an das Wettkampfbecken zu gewöhnen (sie wird in den nächsten vier Tagen ja nicht schon genug schwimmen). Trainiert wurde sie vom neuen Stützpunkttrainer des Paralympischen Schwimmteams NRW, Markus Hoffmann.

Für alle Unwissenden: Pia befindet sich neben dem BSV und der BSG noch im Team BRSNW, in welchem sie im Landeskader ist und an diversen zusätzlichen Trainingseinheiten und Wettkämpfen teilnimmt.

Für Pia standen in den nächsten vier Tagen neun Strecken auf dem Programm (100m S, 100m Br, 100m Fr, 50m Rü, 50m Fr, 400m Fr, 100m Rü, 200m La, 200m Br).

Wer den Bericht von letztem Jahr gelesen hat, wird davon ausgehen, dass Pia im Finale war. Leider verhinderte eine Änderung der Veranstalter das. Während die Finals letztes Jahr aus den besten fünf deutschen Schwimmern und fünf internationalen Schwimmern bestand, waren die Finals dieses Jahr ausschließlich international, sodass die deutschen Nachwuchsschwimmer kaum eine Chance hatten. Der Name der Veranstaltung „Internat. DEUTSCHE Meisterschaften“ ließ auf deutsche Meisterschaften schließen… da haben wir uns wohl geirrt. So schwamm Pia

kurzerhand anstatt auf den deutschen Meisterschaften quasi auf einer Weltmeisterschaft, was für ein Erlebnis! Auch wenn Pia etwas traurig darüber war, versuchten wir es mit Humor zu nehmen. Endlich sollte Pia nach ihren Starts auch etwas von Berlin sehen!

 

Am Donnerstag habe ich pünktlich um 07:00 meinen Schützling das erste Mal in der Halle gesehen. Das Einschwimmen und die anschließenden Sprints ließen darauf schließen, dass Pia fit war und (wie immer) einen super Wettkampf absolvieren würde.

Um 09:00 ging es dann los.

Wie auch letztes Jahr waren die ersten Starts etwas ganz Besonderes. Es war erstaunlich und faszinierend, mit welchen Handicaps die Sportler antraten und wie schnell sie dabei noch waren. Im Wasser schien alles wie vergessen.

 

Als erstes fingen die Männer mit den 200m Freistil an. Da jeder Sportler 15 min vor seinem Start am Callroom sein musste, war nicht lange Zeit zum Ausruhen. Nachdem die letzten weisen Worte von Markus und mir gesprochen wurden, begleitete ich Pia zum Callroom, von wo aus sie auf sich alleine gestellt war.

Die erste Strecke -100m Schmetterling- ist für Pia eine Prämiere, da sie diese auf den IDM zuvor noch nicht geschwommen ist. Die Nervosität war demnach sowohl im Callroom als auch auf der Tribüne sehr groß. Aber es zahlte sich aus!

Pia verbesserte ihre Zeit um mehr als 8 Sek. und schwamm eine hervorragende 1:37,08. Damit belegte sie den 8. Platz in ihrer Altersklasse. So konnte es weitergehen!

 

Durch den klasse Start war die vorherige Nervosität wie verflogen und ein Grund zur Freude war gegeben. Kurz verschnaufen, dann ging es für Pia schon weiter zu den 100m Brust, der momentan aufregendsten Strecke für Pia. Vor einem halben Jahr wurde mit Unterstützung von Pias altem Landestrainer, Lukas Niedenzu, die Technik von Pia umgestellt, damit sie auf Dauer schneller in Brust werden kann. Da so eine Technikumstellung aber seine Zeit braucht, lassen auch die Bestzeiten auf sich warten. So war Pia mit ihrer Zeit von 1:51,99 und dem 15. Platz in ihrer AK sehr unzufrieden. Wichtig ist an dieser Stelle aber, dass sich die Technikumstellung langsam auszahlt und Pia eine neue Saisonbestzeit geschwommen ist. Nachdem der kleine Frust vorüber war, freuten wir uns, Berlin erkunden zu können und blickten optimistisch auf den nächsten Tag.

Quelle: Ralf Kuckuck Photography

 

Am nächsten Morgen ging es für Pia wieder um 07:00 ins Wasser. Heute standen die 100m Fr und 50m Rü auf dem Programm.

Die 100m Fr ließen auch nicht lange auf sich warten. Mit einer neuen Bestzeit von 1:20,46 schien die letzte Strecke wie vergessen. Da die Pause zu den 50m Rü recht kurz war, blieb nicht viel Zeit zum Freuen. Der Start wurde kurz besprochen, noch ein paar Hinweise zu den 50m Rü wurden gegeben und dann ging es für Pia schon wieder runter in den Callroom. Das Rückentraining zahlte sich aus. Pia schwamm eine klasse Zeit von 0:42,21 und verbesserte damit ihre Zeit um mehr als 3 sek. Damit wurde sie 10. in ihrer AK und holte 383 Punkte. So konnte der Wettkampftag enden!

 

Am Samstag sollte Pia erneut über zwei Strecken an den Start gehen. An diesem kraullastigen Tag standen ihr 50m Freistil und 400m Freistil bevor. Wer Pia kennt, weiß, dass ihr die zweite Strecke mehr Freude bereitet.

Beide Strecken wurden natürlich mit neuer Bestzeit beendet. Über die 50m Fr konnte sich Pia mehr als 2 sek. steigern und schlug bei einer 0:37,11 an. Bei den 400m Freistil unterbot sie ihre Zeit um knapp 6 sek. und wurde mit einer Zeit von 06:01,36 und 388 Punkten belohnt. Da Pia ungünstig auf ihren Arm gefallen ist, stand zunächst noch in den Sternen, ob Pia morgen starten würde. Vor allem die 200m Brust waren in Gefahr. Wer Pia aber kennt, sollte nicht überrascht sein, dass sie selbstverständlich alle Strecken geschwommen ist.

 

Der letzte Tag -der anstrengendste Tag mit drei Strecken- kam. Obwohl Pia nach dem Einschwimmen noch Schmerzen beim Brustschwimmen hatte, wollte sie alle Strecken schwimmen. Der Wettkampf begann mit den 100m Rücken, über die sich Pia mit einer Spitzenzeit von 1:29,97 um knapp 4 sek. verbessert hat. Sie wurde mit fantastischen 392 Punkten belohnt. Anschließend folgten die 200m Lagen, die sie mit einer 3:22,39 beendete. Die Schmerzen im Arm zeigten sich während der Bruststrecke, sodass die 200m Brust nur noch „just for fun“ geschwommen wurden. Ein guter Abschluss also.

 

Als wir alle wieder in Aachen angekommen sind, ließen wir den Wettkampf revue passieren. Obwohl wir zunächst etwas über die Regelung der Finalteilnahme enttäuscht waren, war der Wettkampf ein voller Erfolg! Pia legte klasse Zeiten hin und zeigte, dass sie auf keiner Strecke zu unterschätzen ist.

 

Ich bedanke mich bei allen tapferen Lesern unter euch, die den Bericht komplett gelesen haben. Ich hoffe, ihr seid genauso fasziniert von den Leistungen, die diese Sportler bringen, wie ich.

 

 

Quelle: Ralf Kuckuck Photography
Quelle: Ralf Kuckuck Photography

 

 

Bericht von Natasa

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