BSV Tri Team goes Trail


Bericht von Doris Kinkel

Muskelkater, traumhafte Landschaft, mega Steigungen, jede Menge Spaß: So lautet das Fazit der sieben Frauen und Männer vom BSV Tri Team über den Trail des Hautes Fagnes (THF). Der THF ist ein Landschaftslauf mit Start und Ziel in Xhoffraix bei Malmedy, bei dem drei Strecken angeboten werden, die durch bewaldete Täler, Flussläufe und über die Hochebenen des Hohen Venns führen. Während Oliver Dickheuer, Uschi Scherberich und Janine Wolf die 13,1 km mit 450 Höhenmetern unter die Füße nahmen, bewältigten Doris Kinkel, Andreas Trautmann und Alexander Wolf die 24,6 km mit rund 850 Höhenmetern (angegeben waren 300+ bzw. 500+ Meter, man beachte das harmlos wirkende +). Nächstes Jahr vielleicht die 40 Kilometer mit 1.250+…?!? Das war jedenfalls die Strecke, die von Ramin Behbehani bewältigt wurde. (Sein ausführlicher Bericht befindet sich weiter unten.)

Der THF wird als einer der schönsten Trail-Läufe Belgiens bewertet, und das wundert die Besucher aus Deutschland kein bisschen, denn die drei Strecken zeichneten sich durch abwechslungsreiche Landschaftsstriche und Untergründe sowie die außergewöhnliche Natur der Region aus. Organisation und Verpflegung waren ebenfalls super, für gerade einmal fünf Euro gab es alles, was das Trampelpfad-Läufer-Herz höher schlagen lässt: Startplatz, individueller Trinkbecher zum Mitnehmen (gut für die Umwelt), ordentlich markierte Strecke, gute Verpflegung, herzlicher Zielempfang. Volksfest-Stimmung mit Musik, belgisches Bier und Fritten für kleines Geld oben drauf.

Und hier die O-Töne der „BSV-Trail-Trias“:

Andreas: „Nach 13 km war das Rennen für mich am Ende. Trotzdem landschaftlich ein Traum und das nächste Mal das Kreuz bei der 12-km-Anmeldung.“ (Andreas hat die 24,6 km trotzdem beendet, Anmerkung der Redaktion.)

Oliver: „Traumhafte Landschaft, tolle Strecke, mega Steigungen, jede Menge Spaß und heute Muskelkater.“

Alexander: „Während der Downhill-Passagen kamen mir schon Bedenken, ob dieser Lauf zwei Wochen vor Hawaii die richtige Entscheidung war, aber als ich verletzungsfrei im Ziel stand, war ich froh, die letzte Tempohärte-Einheit in dieser genialen Landschaft gemacht zu haben.“

Janine: „Ohne zu wissen, was auf mich zukommt, bin ich gestartet. Ich habe noch nie an so einem extrem anspruchsvollen und tollen Lauf teilgenommen. Ich war den restlichen Tag immer noch begeistert! Jetzt habe ich den Muskelkater meines Lebens, aber egal. Es hat mega viel Spaß gemacht.“

Uschi: „Entweder steil rauf oder ganz steil runter, so würde ich diesen Traillauf beschreiben, heißt 13 km mit 450 hm. Zum Glück hatten wir strahlenden Sonnenschein und bestes Laufwetter. Ich will mir nicht vorstellen, wenn ich die Strecke bei Regen und Matsch hätte bewältigen müssen. Eigentlich wollte ich ja nur locker mitlaufen, aber wenn man immer wieder von zwei AK-Konkurrentinnen attackiert wird, wird dann doch wieder mein Sportsgeist geweckt und ich habe alles beim letzten Anstieg gegeben, um beide beim Zieleinlauf hinter mich zu lassen. Später haben die anderen BSV‘ler von der wunderschönen Landschaft geschwärmt – ich hab‘ gar nix davon gesehen, nur Wurzeln und mit Steinen gespickte Wege. Mal sehen, vielleicht schaff‘ ich es dann nächstes Jahr, mir auch die tolle Landschaft in den Ardennen anzuschauen.“

Doris: „Trail = Träumchen! Ich fand‘s einfach nur super. Wer mal auf einem traumhaften Trampelpfad laufen möchte, muss unbedingt den 28. September 2019 in seinem Kalender markieren – dann findet der Trail des Hautes Fagnes wieder statt.“

Bericht von Ramin Behbehani

Als ich am Samstagnachmittag in Xhoffraix nach ca. 41,5 km ins Ziel einlief, standen bereits einige Vereinskameraden und unterhielten sich über den Trail. Da sehr viele Teilnehmer zur Nachmeldung gekommen waren, hatte sich der Start des 13- und 24km-Laufs um jeweils 15 Minuten verspätet. Janine, Uschi und Oliver haben die 13 km unter die Schuhe genommen, Doris, Iris, Alex und Andreas liefen die 24 km Route. Jeder von Ihnen hatte sich eine Person ausgeschaut, an der er sich orientiert hatte, um auf dem Track zu bleiben und diesen nicht zu verlieren. Die Bilder, die ich gefunden habe, zeugen von bestgelaunten BSV‘ler, die mit der Sonne um die Wette lachten.

Beeindruckt von der Schönheit der Umgebung, der Ruhe, den unendlichen Wegen, die Aufs und Abs, die technisch sehr anspruchsvolle Route ließ einen wissen, dass dieser Lauf von einem anderem Holz geschnitten ist. Doch bei der ersten Verpflegung gab es typisch belgische Gemütlichkeit, allerlei Sachen zum Naschen und Knabbern, an einem Tisch spendierten sie auch hochprozentiges Spezial-Bier und eine Live-Blaskapelle, die alles nachspielen und für gute Stimmung sorgte. Als sie dann YMCA anstimmten, ging keiner mehr auf die Strecke, nein, alle tanzten mit. Ich merkte, dass ich mich ca. 15 Minuten dort aufgehalten hatte.

Die Organisatoren bemühen sich mehr denn je, die Passagen interessanter und weniger auf Waldautobahn zu verlegen, alle zwei Jahren planen sie die Route neu, einmal im und nach zwei Jahren gegen den Uhrzeigersinn, im Vergleich zu anderen Trails mit nicht allzu vielen absoluten Höhenmetern, aber die Schwierigkeiten sind die vielen wechselnden Richtungen und die Bodenbeschaffenheit. (Gott bewahre, dieses Jahr war es nicht schlammig!) Viele kleine Baumwurzeln, viele grobe Steine, zum Teil dunkle schmale, steile Waldwege und dann plötzlich öffnet sich ein göttliches Panorama vom nächsten Tal und die darin eingeschlagene Schneise, auf die man sich “freut”.

Es waren viele Wanderer, große Gruppen von Schulkindern, Jugendlichen und Familien unterwegs, die einem Mut zu riefen, Spalier standen und zujubelten. Im Ziel war eine tolle, ausgelassene Volksfest-Stimmung mit vielen Bierbänken, auf denen die Läufer und Familienmitglieder sehr friedlich und genüsslich Gegrilltes und Bier zu sich nahmen.

Noch am Freitagabend, am Start vom Aachener Firmenlauf, gingen Alex und ich die wichtigsten Bergab-Passagen gedanklich durch. Als ich höflichst die Frage stellte, ob er mich noch mit dem Rad nach Xhoffraix begleiten möchte, lehnte er freundlich ab, da er gerne mit Janine dorthin fahren wollte. Keine Frage, das geht vor.

Alles in allem hat mich sehr gefreut, dass so viel BSV‘ler mitgekommen sind und wirklich gute Leistung erbracht haben. Mein Respekt für jeden einzelnen!

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