Ironman 70.3 Zell am See


Meine erste Mitteldistanz

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Start für uns Mädels war um 10:20 Uhr. Eigentlich eine sehr humane Zeit, wenn man denn schlafen könnte. Um 7:00 Uhr eine Kleinigkeit gefrühstückt und dann ging es auch schon zum Strandbad Schüttdorf. Die Nervosität ist unbeschreiblich, ich war froh, dass endlich der Startschuss fiel. Das Schwimmen in Zell am See ist herrlich, klares Wasser (18°C) und bei jedem Atemzug die Berge im Blick. Ich hätte noch stundenlang weiter schwimmen können. Mein Plan war ein gemütliches Tempo zu schwimmen, der Tag sollte ja noch lang werden. Mit 37:35 war dies auch in Ordnung ich kam ziemlich entspannt aus dem Wasser. Im Wechselzelt abgetrocknet und Strümpfe angezogen, wie angekündigt würde es ziemlich nass und kalt auf dem Rad werden.

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Die ersten Radkilometer musste ich mich erst mal sortieren. So viele Leute um einen herum (was wollen die bloß alle hier?) war für mich etwas neu. Erst einmal an der Gelflasche nuckeln und es ruhig angehen lassen. Da ich jeden Hügel in der Eifel „Berg“ nenne, musste für das was jetzt auf mich zukam ein neuer Name her. Ich nenne es „die Wand von Zell am See“. Ab Kilometer 21 ging es stetig bergauf. Die letzten 2 km mit 14% Steigung. Und wie auf Bestellung fing es an zu regnen als ich gerade oben ankam. Die Abfahrt ging noch einigermaßen. Unten im Tal fing ich dann an zu frieren. Am Straßenrand standen die ersten Athleten die Aufgaben. Das SRM zeichnete eine Temperatur von 12,1°C auf und dann noch der strömende Regen. Ich brauchte ein paar Kilometer um wieder rein zukommen, danach lief es wieder. Ab Kilometer 70 kam ein wenig Müdigkeit auf und das Rumgekurve in den Dörfern fand ich ziemlich öde. Nach 3:26:17 war ich dann auch endlich in der Wechselzone.

Auf ging es zum Laufen. Ich fühlte mich eigentlich ganz gut. Das änderte sich aber innerhalb von 500m. Mein Magen fing an zu krampfen. Die ersten beiden Verpflegungsstationen habe ich ausgelassen weil ich nichts mehr reinbekam. Durch die Krämpfe war die Atmung unregelmäßig und ich bekam noch Seitenstiche dazu. Hydrogels und Wasser habe ich ab der dritten Verpflegung genommen und quälte mich von Station zu Station. Ab Kilometer 15 habe ich dann aus Verzweiflung Cola versucht. Das war ein riesen Fehler, die kam sofort wieder retour. Also Walken, Laufen, Walken usw. und irgendwie ins Ziel kommen. Das erreichte ich dann auch mit Freudentränen in 6:46:21.

Super glücklich und ein unbeschreibliches Erlebnis.

Bericht Melanie Junker

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